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vendredi, octobre 14

Joyeux anniversaire!


Das Wochenende begann mit einem Geburtstagfest, mit   s e i n e m   Geburtstagsfest. Auf den Dächern von Paris, mit Champagner und allem was dazugehört (Torte & Geschenk), beim Sonnenuntergang... 

Danach ging es weiter zum lange schon envisagierten Besuch nach dem besten französischen Restaurant: Le Chateaubriand! Es ist genau das, was man sich erwartet und dann sogar eine Spur besser. Jeder Gang ist eine Sensation für den Gaumen, und die passenden Weine inkl. einem Weisswein z.B. der aber rot ist und ähnlichen Überraschungen dazu verdoppeln nicht nur den Preis sondern auch die Lust. Absolute Empfehlung!

Auf dem Weg zurück verlängerten wir die Nacht dann durchs Anklopfen bei den Nachbarn, bei denen wir immer - und eben auch heute wieder - Partygeräusche mitanhören müssen. Sie hiessen uns herzlich willkommen und wir blieben, bis sie ihrerseits beschlossen, die Nacht woanders zu Ende zu bringen.

dimanche, septembre 25

der zweite herbsttag

Für heute war Früh Aufstehen geplant, früher als wir es geschafft haben. Nichtsdestotrotz waren wir knapp vor 10h am Treffpunkt für unseren musikalischen Fahrradausflug angekommen, sodass sich auch noch ein café und ein croissant ausging im Grand Café de la Post am Place de la Victoire in Perpignan - gleich hinter Le Castillet.

Der Weg nach Toureille, wo wir dann von einer katalanischen Fanfare begrüsst wurden, war sehr gemütlich - wir waren fast unterfordert, dennoch war es bei dem heissen Tag vielleicht doch besser als umgekehrt.


Der Ausflug war im Rahmen vom Festival jazzèbre und für den restlichen Tag war nur mehr ansprechende Musik, und guter Wein vorgesehen. Den obligatorischen selbstgebrachten pique-nique muss ich in diesem Kontext wahrscheinlich nicht unbedingt dazusagen. Das alles fand in Chapelle de Juhègues statt.

Von dort war es dann nicht mehr weit zum Strand, wo wir uns dann alle jeweils auf eine frühabendliche sieste hinlegten. Erholt und erfrischt durch die Meeresluft und durch das Meer selber, gingen wir dann unseren spontanen Abendprogramm an - ein apéro bei Freunden, Durchfahrt durch Perpignan, couscous zum Mitnehmen und ab nach Hause. Gutes Essen, guter Wein, chansons und Diskussionen über Frankreich und Französisch dauerten bis nach Mitternacht.

samedi, septembre 24

der erste herbsttag

So fing der erste Herbsttag damit an, dass wir ganz früh aufgestanden und ans Meer gefahren sind. Es sind knappe 10 Minuten mit dem Auto (und 15 mit mobylette, wie ich es dann am Nachmittag zum ersten Mal und selbständig ausprobiert habe). Es ist nicht eine Bucht, wie Françoise Sagan sie beschreibt (sowie ich es in Erinnerung habe, denn die französische Version im Bild habe ich auch heute nicht angefangen, aber nächstes Mal!), sondern ein offener langer Sandstrand mit dem passenden Horizont dazu. Die Wolken lagen tief, erlaubten aber einen tollen hellen Lichtstrich, zwischen dem Himmel und dem Meer. Und so erlaube ich es mir, das mit meiner jetztigen Lage in meinem Leben zu vergleichen.



Nach dieser morgendlichen Schwimmstunde ging es nicht sofort nach Hause, sondern wir schauten beim La Guinguette des Ortes vorbei. Mein zweites Frühstück (das Erste war Apfeln, Nüsse und Brot mit Honig und Olivenöl - die Lieblingsvariation von Patrick, dazu Tee) setzte sich aus dem LieblingsErfrischungsGetränk der Region und Oliven zusammen. Kurz darauf merkten wir, alle sind drinnen im Lokal, denn es läuft eins der wichtigsten Rugby-Matches im Fernsehen. In der Pause bediente man sich dann des deftigen Buffets - wir uns auch und verabschiedeten uns Richtung unser drittes Frühstück mit Klaus, dem Pianisten von Patrick, der bei ihm zu Gast ist, es allerdings bevorzugt, nicht in der allerfrühen Morgenstunde aus den Federn rauszuhüpfen.

Den Nachmittag verbrachte ich dann gemütlichst, ohne in die näheren Details eingehen zu wollen - im Hintergrund sang allerdings Patrick, hin und wieder auch Jacques Brel, und Klaus spielte Klavier. Am Nachmittag setzte ich mich auf meine orangene schöne mobylette und machte mich wieder auf den Weg zum Strand.

Zurück zu Hause gab es dann von Patricks Onkel selbst gefangene dorades (Goldbrasse), die wir diesmal bei einem guten Schluck anisette zu uns nahmen.

Es war ein ziemlich konsistenter Tag sozusagen...

mercredi, septembre 14

just another workday

Ich war wieder mal beruflich in Paris. Diesmal in UNESCO - letztes Mal war es Science Po, und davor OECD.  Für eine Konferenz und ArbeitsTagung über FinanzTransaktionsSteuer - what else?

Ich war wieder mit meinem Fahrrad unterwegs, und in Begleitung meines amoureux - so könnte ich jeden Morgen unbeschwert in die Arbeit, dachte ich mir. Über die Inseln und Brücken und La Seine. Vorbei am Assemblée Nationale, wo wir in der Nähe noch unseren expresso zu uns nahmen, wahrscheinlich in Begleitung von ein paar mehr oder wenig bekannten Abgeordneten...

UNESCO liegt dann gleich hinterm École Militaire - da fuhren wir  schon im Juli vorbei, und noch wichtiger bei La Tour. In der Mittagspause fuhr ich dann auf der Avenue de Suffren entlang und setzte mich auf eine terrasse für eine omelette und 1664.

Nach der Arbeit nahm ich wieder entspannt den selben Weg, vorbei bei Eiffel landete ich auf Rue Saint-Dominique, die wie ich später merke ganz eine prominente Strasse sein soll, und das merkt man auch daran, dass sie irgendwann unmittelbar in Boulevard St. Germain mündet.

Allerdings, bevor sie das tut, bietet sie diesem ganz schön Konkurrenz an - und auch Bühne der Paris Design Week. So bin ich in eine Galerie gestolpert, habe mir einen guten Schluck servieren lassen und mich berieseln von den KünstlerInnen und GaleristInnen (kann nicht genau sagen, wer welche war - die Grenzen verschwimmen ja immer mehr).




Angekommen auf dem Boulevard, noch nicht ganz dunkel der Tag, erregte ein anderes Haus, eine weitere Vernissage?, meine Aufmerksamkeit: Maison de l'Amérique Latine. Eine PhotoAusstellung von José Medeiros, die ich einfach so besichtigen konnte - bevor ich mich endgültig auf den NachHauseWeg begab. (Nicht einmal Ablenkungen wie Centre Pompidou, etc. auf dem Weg konnten mich mehr aufhalten.)



dimanche, février 27

Toute comme au cinéma...

Auch in Paris habe ich meine Samstags- und Sonntagsroutine. Samstags ist, wie schon erwähnt, die nächste Gegend der Wohnung um Marché des Enfants Rouges herum, und sonntags sind mehr "Exkursionen" angesagt. Dennoch arten diese nicht in Ausflügen im Grünen aus, sondern bleiben in der sicheren urbanen Zone. Sowie das viele anderen Pariser und -innen übrigens auch tun - wies neulich eine persönlich ausgeführte, ja nicht represäntative Umfrage unsererseits nach. Patrick sagt, weil Paris eben nicht Wien ist, weil man nicht so schnell ins Grüne kann, bleiben Leute in der Stadt. Das ist übrigens die Antwort auf meine Begeisterung ob der sonntags immer noch sehr belebten Stadt - allerdings nach einem Versuch, mir die Pariser und -innen zunächst als Touristen zu verkaufen. Ohne Erfolg klarerweise.

Nach meiner Theorie hat die sonntägliche Lebendigkeit stark mit den Märkten zu tun, die sonntags stattfinden, so auch Marché Beauvau, besser bekannt unter dem Namen Marché d'Aligre. Diesmal ist es nicht der charcuterie-Teller und der gute Tropfen von dem überfülltesten Lokal der Gegend Le Baron Rouge geworden, wo wir uns am allerletzten August-Wochenende die heissesten Küsse gegeben hatten, auch nicht die soup à l'oignon in Le Charolais... Sondern einfach ein Pelforth, eine Zigarette und eine Zeitung an der sonnigen Terasse von K-FE d'aujourd'hui, während ich auf ihn wartete, bis er von seinem marokkanischen Lieblingsbarbier wieder rauskam.

Und wie schon gestern vorsichtig betont, liessen wir die ÜbungsDVDs zu Hause links liegen, und nachdem wir uns das tolle arte-Programm mit Gérard Depardieu und folgend drauf Serge Gainsbourg ob des mangelnden Fernsehens in der Wohnung auch nicht geben konnten, machten wir uns auf den Weg für die letzten Vorstellungen von dem französischen Wochenende bei forum des images. Sowie gestern zwei Konzerte, sind es heute zwei Filme (L'heure d'été von Olivier Assayas und A la vie, à la mort! von Robert Guédiguian) geworden... Doppelt hält ja bekanntlich besser.

mardi, février 15

On n'est pas amoureux!

Er holt mich - inzwischen zum zweiten Mal - vom Bahnhof ab, von Gare du Nord, dessen Bahnsteig ich immer mit so einer Freude zurücklege. Die Freude darüber unter Pariser Himmel zu sein... Und die Vorfreude auf seine Umarmungen...

Er fragt mich, nach einem langen Kuss, worauf ich eher Lust hätte. Er hätte bei sich auch einiges vorbereitet (nicht ganz was Grosses wie das einmalige pot-au-feu nach seiner Mutter Rezept das letzte Mal, aber...), aber wir sollten vielleicht eher Paris geniessen? Ja, und Paris soll uns geniessen, schliesse ich mich ihm an, und er schlägt Au Limonaire vor als Ziel. Genau so wie ich es mir gewünscht habe, dass er auch daran denken solle. Dorthin, wo wir uns zum ersten Mal küssten, soll er mich heute nehmen, sagte ich mir schon seit Tagen.

Vorbei an einer beeindruckenden Markthalle Saint Quentin - noch nie gesehen! - suchen wir gleichzeitig eine Bistro/Brasserie - etwas eher Französisches. Für den kleinen Hunger. Neben all dem libanesischem oder japanischem Angebot. Auch gut, aber ein anderes Mal... Und wir sehen La Bontendrie - mit genau dem ambiance, das zu dem Abend passt: nicht zu schick, nicht zu léger, nicht zu voll, nicht zu leer, nicht zu teuer, nicht zu billig, nicht zu braun, nicht zu pink! Es ist St. Valentin und wir wollen es ja nicht feiern. :) Wir füttern uns gegenseitig das göttliche foie gras poêlé, trinken den dazu passenden Schluck, stehen auf und tanzen dann als das einzige Liebespaar - verstehende Blicke rundherum! Wir sagen dazu: Wir sind nicht verliebt. Wir sind von der Stadt Paris bestellt worden, damit ihr Ruf bestehen bleibt. An so einem Tag vor allem!

Wie wir dort ankommen, ist das sowieso magere montägliche Programm am Au Limonaire schon abgeschlossen, es wird die letzte Runde ausgerufen. Wir hinterlassen jeweils unausgetrunkene Gläser von Calva und Rotwein, küssen uns dort (zwischen Tür und Angel), dort wo alles seinen Lauf nahm, noch ein letztes Mal, nehmen ein Taxi (Aus dem Augenwinkel nehme ich das Eckcafé noch wahr, wo ich Eric im Herbst zum letzten Mal traf - auf ein Bier und ein paar Küsse. Paris wird immer kleiner.) und fahren zu unserem Bett, das auf uns wartet, und champagne!

lundi, février 14

thalys

Es ist nicht selbstverständlich, aber es ist sehr erfreulich, dass ich - nach meiner Eröffnung in August, diese Stadt, Paris, öfter aufsuche. Deshalb war es eine meiner ersten "Anschaffungen" eine quasi Vielfliegerkarte für die nicht einmal eineinhalbstündige Strecke Bruxelles-Paris. Ich bekomme auch Besuch aus Paris ziemlich oft. Am öftesten sind allerdings diese roten Rosen unterwegs im Zug. Ich bekomme sie jedes Mal wenn er mich besucht. Ich bekomme sie auch dann, wenn ich ihn besuche, und darf sie mit nach Hause nehmen - die zweite entsprechende Anschaffung: die perfekt für diese langen schönen roten Rosen angeschaffene Vase, die bei mir zu Hause nie leer bleibt. Auch heute Abend mache ich mich auf den Weg: nach Paris. Für eine Nacht. Das ist Luxus pur, würde ich sagen, aber es ist auch Liebe dabei mit im Spiel. Was soll's? Happy Valentine's Day!

mardi, août 24

crustacés et coquillages

Auch dieser Tag geht in die Geschichte ein. Es ist der Tag, an dem ich auf die Eiffel raufging, zu Fuß, bei einem traumhaften Wetter, einer Wolkenstimmung wie aus einem Bilderbuch, in Begleitung von einem charmanten WahlPariser, der selber die letzten 10 Jahre "gewartet" hat, um sich die Tour Eiffel zu geben. In Vorfreude auf den Turm habe ich mir zuerst das längst vorgenommene foie gras auf der carte von Plein Soleil gegeben, mit dem dazupassenden süßlichen Tropfen, und es konnte schon losgehen: Taxi! À la Tour Eiffel, SVP!

Zur Feier des Tages gab es danach ein Sortiment von huître bei Le Dôme zum Schlürfen. Der champagne danach gab es bei Lilas. Nach einem starken café und dem obligatorischen baba au rhum, an der Bar, genau an der Stelle, wo Hemingway auch öfter saß. Alles, ebenfalls wie inzwischen üblich, knapp vor der Sperrstunde von den genannten Lokalitäten, will heißen knapp nach Mitternacht.

Auf dem Rückweg zeigte sich schon die Wirkung von den Meeresfrüchten, und der Tag endete dem entsprechend, oder soll ich sagen, der Tag begann?

samedi, août 21

...un bistro à chansons et pour un baiser

Es gibt nicht nur den Charles Aznavour, den Serge Gainsbourg, die Juliette Greco oder die Edith Piaf. Es gibt auch eine Katrin Waldteufel in der Chanson-Szene von Paris. In den Genuß ihres Auftrittes, sowie der von anderen Jungtalenten, kamen wir am Samstag in Au Limonaire. Geheimtipp? Nicht wirklich, nachdem ich das kleine Lokal in einem versteckten Hof nicht eigentständig entdeckt habe. Dennoch sichtlich von einem übersichtlichen Publikum besucht. Führt Jenlain, noch ein selten anzutreffendes französisches Bier, und das Essen soll auch nicht schlecht sein. Werde bei meinem nächsten Besuch testen. Ja, ich gehe ein zweites Mal hin.

mercredi, août 18

la petite tour de Paris

An seinem ersten Abend zurück in Paris gab mir Patrick - nach unserem Drink bei La Perle eine gar nicht zu unterschätzende Tour seiner Paris. Sie kam mir an dem Abend wegen der schon später Stunde sehr lang und sehr groß vor, und dauerte auch insgesamt über 3 Stunden.

Jetzt, wo ich mir einbilde, Pariser Straßen und ihre Zusammenhänge ein bisschen zu durchschauen, zumindest im Osten, weiß ich, dass diese Tour zwar groß war, dennoch ist Paris kleiner, als ich zunächst annahm. So fuhr ich heute mal rauf nach Belleville, um zuerst Edith Piafs Geburtshaus zu besuchen - nur von außen, da keinen Termin ausgemacht - um dann von Parc de Belleville aus wieder über Paris zu schauen. Alles schon zum zweiten Mal, diesmal halt bei Tageslicht! Dann spazierte ich aber runter, erwischte die Marché Belleville zwar nicht mehr, aber schon einige Überbleibsel an Ständen, die in Wien eigenständig einen ganzen Markt ausmachen könnten. Aß beim Tunesier La Belle Vie meine Nachspeise und trank meinen Kaffee, um die Schwere nach meinem gratin á l'oignon zu Mittag loszuwerden.

Auf meinem Weg runter Richtung Faubourg du Temple stärkte ich mich noch mit einem calvados und einem weiteren kleinen Schwarzen. Angekommen auf der Einkaufsstraße dann war ich wieder in Form für einen diesmal anderen(!) kleinen Schwarzen. Nach le petit noir, also la petite noire...

Früher als ich merkte, kam ich anschließend beim Avenue Parmentier an, also bei meiner Hauptstraße. Weiter hätte die Tour geführt durch afrikanischere Viertel nach Montmartre, und an dem besagten Abend hatte Patrick nicht das aber sein Marais noch untergebracht mit dem Place des Vosges und dem Maison de Victor Hugo - denen ich aber vergangenen Sonntag ebenso einen zweiten Besuch bei Tageslicht und innerhalb der Öffnungszeiten erstattet hatte.

Paris ist doch auch ein großes Dorf? Vielleicht ein paar zusammengeschlossen, und Belleville ist eine der vielen schönen...

mardi, août 17

sans visage, sans maquillage

Heute besuchte ich zwei Photographie-Ausstellungen: Eins überpräsent in Paris - die von Willy Ronis im Monnaie de Paris. Sein berühmtes Photo Le Petit Parisien hängt ja im Amacord in Wien, ziemlich omnipräsent, und für mich ist dieses Bild dieses Lokal.

Die andere Ausstellung war souterrain - die von Denise Bellon und mit einem Wort im wahrsten Sinne unterpräsentiert. Die Eintrittskarte in die métro-Station St. Germain-des-Prés kostete mir wegen meiner Monatskarte nichts extra, und Patrick, der normalerweise auf seinem Fahrrad unterwegs ist, eine U-Bahn-Karte.

Sie sind beide ZeitgenossInnen, und haben einen großen Teil des 20. Jahrhunderts mit- und vielleicht miteinander erlebt und erfasst. Beide in Paris. Aber auch außerhalb. Beide haben, wie das der Schwerpunkt bei der letzteren Ausstellung ist, Berühmtheiten vor die Linse bekommen, oder aber auch die Menschen auf der Straße photographiert.

Bei allem Respekt für den Ronis und für den öffentlichen Raum, vor allem Pariser métro, ist die Ungleichbehandlung irgendwie schon ziemlich evident, oder bin ich da überempfindlich?

lundi, août 16

Je meurs de soif!

Pastis war unser digestif am Samstag, nach dem quiche und mehr (aber nicht Falafel - pas encore) am Rue des Rosiers. Den guten Tropfen nahmen wir in der kleinen Bar Au Petit Fer à Cheval ein, mit der Bar in Form eines Hufeisens am Vieille du Temple, wo wir in La Perle, unser erstes rendez-vous in Paris hatten.
Ich wollte dann endlich das vielgepriesene (zumindest auf den Plakaten im Untergrund) Picon-Bier zu mir nehmen, und zugleich auch ein paar Bars in meinem hippen quartier ausprobieren. Angefangen hat der Abend am L'Orange Mécanique (natürlich wieder ein Filmtitel), bei dem ich quasi zufällig vorbeikam, aber ich hatte drüber schon in meinem planète isolée gelesen - nämlich in einem Interview mit einem 11ème-Liebhaber überhaupt. Danach kam die geplante Au Chat Noir, für mein 1667 blanche, eins der wenigen französischen Biere, und dann ins Charbon am Oberkampf, wo ich noch ein originales, aber selteneres Bier genoß, den Pelforth. Letzte Woche kam ich am Boulevard St. Germain in einem kleinen Bistro 34 sogar auf ein Pariser Bier drauf, Demory - war auch nicht schlecht.

Die Runde nahm sein Ende dann, wie immer, an der Bar vom Theater Côté Cour, wie mich Chems anrief und sagte, dass er da wäre... Chez moi, halt! Ein allerletztes Bier nach den Rotweinen dort war dann im Au Petit Garage angesagt - die Beschreibung im obengenannten Reiseführer mit den Worten local custom, laid-back staff kann ich mehr als bestätigen.


samedi, août 14

le goût des autres

Es gibt nicht nur den Mord im Orient Express, sondern auch - wie ich neulich erfuhr - The Mystery of The Blue Train von Agatha Christie, die eine Vorliebe für Züge aus Paris zu haben scheint. Le Train Blue, die die Strecke Paris-Lyon-Marseille zurücklegte, und seinen Ursprung eigentlich am Bahnhof von Calais hatte, war mir unbekannt, bis mich Patrick gestern, nach unserem langen Samstag und unserem apéritif chez Laurent zum Gare de Lyon entführte, um mich zuerst mit "Wir fahren nach Perpignan, du hast keine Wahl!" zu erschrecken und dann mit einer zauberhaften Ambiente doch positiv zu überraschen.

Dort, in diesem geräumigen Saal, um es vorsichtig zu formulieren, im Rokoko-Stil, gespiegelt in den Riesenfenstern, die zum Bahnhofsplatz schauen - da schmeckte das foie gras natürlich gleich ganz anders als sonstwo.

Die Krönung des Abends war allerdings das baba au rhum martinique! Somit gewann auch das Baba, das ich schon aus Istanbul kannte, in diesem Saft, in dieser Ambiente und in diesem Zug, einen gänzlich neuen Geschmack.